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Mittwoch, 3. April 2013

Ludwig Feuerbach - Der Philosoph, der die Menschen liebte

Von Ralf Keuper

Der hörenswerte Beitrag Ludwig Feuerbach - Der Philosoph, der die Menschen liebte des BR stellt einen Denker vor, der sich der Demokratie und dem Humanismus verpflichtet fühlte.

Ludwig Feuerbach, politisch den Sozialdemokraten nahestehend,  polemisierte gegen Religion und Gottesglauben. Gott ist für ihn lediglich als Konstruktion des Menschen von Belang. Als außerweltliches Geschehen lehnt der den Gottesbegriff dagegen entschieden ab. Die Theologie ist für ihn daher eigentlich Anthropologie. Der Gottesglaube sorgt dafür, dass die Menschen ihre wahren Wünsche nicht erkennen und sich bevormunden lassen. Die Religion verhindert den Humanismus.

Obwohl politisch interessiert, war Feuerbach kein Politiker oder Revolutionär. Als Gegner spekulativer Dogmen kämpfte er für  eine demokratischere Gesellschaft. Von seinen Gedanken in den Bann gezogen wurde u.a. der berühmte Schriftsteller Gottfried Keller, der Feuerbach in seinem Buch Der grüne Heinrich ein Denkmal setzte.  

Für Feuerbach steht der Mensch im Mittelpunkt, d.h. er ist kein Zweck an sich und darf auch nicht funktionalisiert werden. Die Religion hält er in Fragen der Moral für einen schlechten Ratgeber:
Wo die Moral auf die Theologie gegründet wird, da kann man die unmoralischsten, ungerechstesten, schändlichsten Dinge rechtfertigen und begründen.
Daher ist für ihn die Liebe das Prinzip der Moral. Diese Liebe schließt Mensch und Natur ein. Leiblichkeit und Geistigkeit gehören für ihn zusammen. 

Zwar hat Feuerbach kein neues System begründet, jedoch eine Vielzahl von Anregungen gegeben, die auch heute noch zum Nachdenken einladen. 

Weitere Informationen:
Die Auffassung von der Natur des Denkens, die wir bisher .. behandelt haben, lässt sich nun so fassen und formulieren: Ich denke, also bin ich alle Menschen. Dieser Satz kann auch als oberster Lehrsatz und absolutes Prinzip der Morallehre genommen werden. Denn darum, weil ich im Denken nicht unterschieden und getrennt vom andern bin, muss ich auch im Handeln darauf ausgehen, nicht vom andern getrennt zu sein, um diese ewige und ansichseiende Einheit - die nicht durch mein Tun und Bewusstein bewirkt wird - auch in mir selbst, der ich den andern ausschließender einzelner Mensch bin, in Erscheinung, Ausdruck und Verwirklichung zu birngen. Im Handeln muss ich mich selbst gewisser maßen nachahmen, um mir als Denkendem zu entsprechen. Das Denken soll das Urbild (Archetyp) alles deines Handelns sein. Dem Wesen, also dem Denken nach, bist du nicht unterschieden vom andern, darum sollst du auch im Handeln, in deinem Leben, in deinem Sein als einzelner Mensch das sein, was du wirklich, was du gemäß deinem Wesen nach bist.
Quelle: Ludwig Feuerbach. Werke in sechs Bänden. 1. Frühe Schriften (1828-1830)
Der Zweck meiner Schriften ... ist: die Menschen aus Theologen zu Anthropologen, aus Theophilen zu Philanthropen, aus Kandidaten des Jenseits zu Studenten des Diesseits, aus religiösen und politischen Kammerdienern der himmlischen und irdischen Monarchie und Aristokratie zu freien, selbstbewußten Bürgern der Erde zu machen.

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