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Samstag, 14. Juni 2014

Als das Leben noch ungeteilt und ungebrochen war, gab es keine Geschichte (Tschuang-tse)

Zu der Zeit, als das Leben noch ungeteilt und ungebrochen war, achtete man nicht auf verdiente Männer, und das Genie wurde nicht gefeiert. Herrscher waren einfach die höchsten Äste am Baum, und die Menschen waren wie Tiere des Waldes. Sie waren ehrlich und rechtschaffen, ohne sich bewusst zu sein, dass sie "ihre Pflicht taten". Sie liebten einander, aber sie wussten nicht, dass dies "Nächstenliebe" war. Sie betrogen niemanden, doch sie fühlten sich nicht als "Ehrenmänner". Sie waren zuverlässig, aber das Wort "Vertrauen" kannten sie nicht. Sie lebten ungezwungen miteinander, gaben und nahmen und wussten nicht, dass man das "großzügig" nennt. Aus diesem Grund hat man ihre Taten nicht aufgeschrieben. Sie machten nicht Geschichte. 
Quelle: Thomas Merton. Sinfonie für einen Seevogel. Weisheitstexte des Tschuang-tse 

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