Meine Blog-Liste

Freitag, 15. Januar 2016

String-Theorie und Multiversum: Wissenschaft oder pure Spekulation?

Von Ralf Keuper

Vor einigen Wochen trafen sich in der Ludwig Maximilians-Universität in München einige namhafte Wissenschaftler, um die Frage zu erörtern, ob und inwieweit sich die String-Theorie und die Theorie des Multiversums wissenschaftlich beweisen lassen. Dazu erschienen in den Medien diverse Berichte wie 
Kann die Frage mit Karl Popper und dessen Falsifikationsprinzip geklärt werden? Die Frage, ob das Falsifikationsprinzip dem wissenschaftlichen Fortschritt nicht im Weg steht, bewegt die Gemüter schon länger. Wo hört die Wissenschaft auf, und wo beginnt die (reine) Spekulation? Popper sprach mit Blick auf die Versprechungen einiger Forscher vom sog. Schuldschein-Materialismus. Irgendwann, so die Forscher, würden die endgültigen Beweise für ihre These vorliegen, es sei nur noch eine Frage der Zeit; bis dahin könne man mit gutem Grund von der Richtigkeit ihrer Annahmen ausgehen. 

Handelt es sich bei der String-Theorie und der Theorie des Multiversums um einen vergleichbaren Fall?
Vielleicht helfen an dieser Stelle einige Gedanken von Leonard Nelson weiter: 
Wenn nun die Vervollkommnung der Wissenschaft nur auf dem Wege über mehr oder weniger mangelhafte Begründung gelingt, so ist doch damit nicht gesagt, dass die vorläufigen Darstellungen, die die Wissenschaft zu durchlaufen genötigt ist, in ihren Ergebnissen irrig sein müssten. Denn ein unzulänglich begründetes Ergebnis braucht darum noch nicht falsch zu sein. Es verhält sich vielmehr im allgemeinen so, dass die Entdeckung neuer Wahrheiten der Ausbildung der zu ihrer Begründung erforderlichen Methoden voraneilt. Die Geschichte der Erfahrungswissenschaften und der Mathematik ist reich an Beispielen dafür, wie sich das Genie der großen Forscher gerade darin zeigt, dass die Entdeckungen zu Tage fördern, deren Begründung die methodischen Mittel, über die ihre Zeit verfügt, überhaupt nicht hinreichen. .. Den genialen Forscher leitet ein Wahrheitsgefühl, das ihn weiter und sicherer führt als die schulgerechte Anwendung methodischer Regeln. Mit diesem Wahrheitsgefühl begabt, nimmt er die Ergebnisse vorweg, zu denen sich die nicht mit dieser Gabe Begnadeten oft nur durch die vereinigte methodische Arbeit von Generationen den Weg bahnen (in: Leonard Nelson. Ausgewählte Schriften. Studienausgabe,herausgegeben und eingeleitet von Heinz-J. Heydorn)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen