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Samstag, 10. Dezember 2016

Über die Notwendigkeit einer komplementären Sicht in den Wissenschaften (Victor Weisskopf)

Bedauerlicherweise sträuben sich die meisten Menschen gegen die komplementäre Sicht der Dinge. Es besteht ein Trend zu klaren, allgemeingültigen Antworten, der andere Betrachtungsweisen ausschließt. .. Im Prinzip scheint keine Domäne im menschlichen Erfahrungsbereich wissenschaftlicher Erforschung und Erkenntnis unzugänglich zu sein, auch wenn vieles noch nicht verstanden wird. Die Wissenschaft mag einen berechtigten Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Aber es muss betont werden, dass >vollständig< kein Symptom für >allumfassend< ist. Selbst wenn wir zum wissenschaftlichen Verständnis der Prozesse gelangen, die Gedanken und Gefühlen zugrunde liegen, wird es trotzdem notwendig sein, für die Beschäftigung mit unseren komplexen und vielfältigen Erfahrungen andere Methoden des Denkens zu benutzen. Ein Denksystem kann innerhalb seines Rahmens vollständig sein, aber dennoch wichtige Aspekte komplementärer Natur auslassen. Mitunter sind diese Aspekte die relevantesten.
Quelle: Mein Leben - Ein Physiker, Zeitzeuge und Humanist erinnert sich an unser Jahrhundert 

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