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Montag, 16. Januar 2017

Wandel des Weltbildes: Naturwissenschaften und Technik

Zwei Traditionen, die scholastisch-humanistische und die handwerkliche, kann man an vielen Stellen der beginnenden Naturwissenschaft nachweisen, noch bei Galilei. So findet man die erstere etwa in der äußeren Gestaltung und der Argumentationsführung seiner Werke als platonische Dialoge und die zweite sehr stark in seinem Hauptwerk den "Discorsi" 1638, in dem der erste Teil ganz der Technik gewidmet ist und auch vom "Arsenal" in Venedig, als Sammlungsstätte aller Maschinen, ausgeht.
Der säkuläre Fortschrittsbegriff entwickelte sich langsam. Zunächst war es nur möglich, traditionelle Autoritäten anzugreifen, wenn man andere traditionelle Autoritäten dagegen aufbieten konnte. Das war schon im Kommentar mittelalterlicher Vorlesungen geübt worden. So konnte Copernicus Ptolemäus und Aristoteles angreifen, indem er sich auf Plato, Herakleides, Aristach und deren Vorstellungen zur bewegten Erde berief. Ähnlich bekämpfte Martin Luther die Tradition des Katholizismus mit dem Rückgriff auf das Urchristentum und auf den griechischen Urtext der Bibel - gegen den lateinischen der "Vulgata". Ähnlich bekämpfte Machiavelli die existierenden Staatstheorien mit dem Rückgriff auf das Vorbild der römischen "res publica". Das fand alles kurz nach 1500 statt. 
Quelle: Jürgen Teichmann: Wandel des Weltbildes. Astronomie, Physik und Meßtechnik in der Kulturgeschichte

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